Tradionelle Herstellung von Apfelwein

Die Herstellung des Apfelweins ist eine uralte Tradition und wurde in früheren Zeiten noch mit reiner Muskelkraft oder der Hilfe von Eseln und Pferden durchgeführt.
Zunächst mussten die Äpfel natürlich geerntet werden und landeten anschließend in einem großen Trog. Dort wurden sie mit Händen und Füßen oder durch Zuhilfenahme eines Mahlsteins, der mit Pferdekraft gedreht wurde, zerstossen. Dabei war es wichtig, nicht nur die Äpfel in Stücke zu zerteilen, sondern diese auch zu drücken, damit sich später genügend Saft daraus gewinnen ließ.

Die braune Apfelmasse, auch Maische genannt, wurde nach dieser Prozedur in große Baumwolltücher geschlagen und auf einer Art Holzrost gestapelt. Ganz zu oberst kam ein Brett, welches nun hintergedrückt wurde, damit die Apfelstücke in den Baumwolltüchern enormem Druck ausgesetzt waren. Der Saft floss nun heraus und wurde durch kleine Rinnen direkt in die dafür vorgesehenen Fässer aus Eichenholz geleitet. Dort konnte dann die Gärung stattfinden.

In vielen Gegenden nahm man Hefen zuhilfe, in Hessen allerdings konnte man darauf verzichten, denn hier enthielten die Äpfel der Umgebung genügend eigene Hefen. Die gingen nun in den Fässern eine Verbindung mit dem Fruchtzucker der Äpfel ein und die Gärung begann. Als Abfallprodukt fiel Kohlenmonoxid an, welches durch eine kleine Öffnung oberhalb der Fässer entweichen konnte. Außerdem bildete sich Alkohol, der in erster Linie für eine lange Haltbarkeit des Weines sorgte und auch zur guten Stimmung beim Genuß beitrug.

Nach drei oder vier Monaten schließlich war der Wein vollendet und die Gärung abgeschlossen. Aufgrund der Tatsache, dass dieser nun nicht erhitzt wurde, wie man das zum Beispiel beim Apfelsaft zum Haltbarmachen tut, gilt der eigens hergestellte Apfelwein bis heute als wesentlich gesünder und hält im Eichenfass ohne Zugabe von chemischen Zusätzen viele Jahre lang.